Evangelisches Kirchspiel Schenklengsfeld

Ein Männlein steht im Walde

Liebe Kinder, liebe Eltern und Großeltern,
heute kommt ein Rätsellied aus meiner Kindheit. Vielleicht kennen es die Älteren auch und können es singen. Ihr könnt sie zum Vorsingen an´s Telefon rufen und ihnen den Text vorlesen.

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm,
Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem purpurroten Mäntelein.

Das Männlein steht im Walde auf einem Bein
Und hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein,
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem kleinen schwarzen Käppelein?

Das Männlein dort auf einem Bein
Mit seinem roten Mäntelein
Und seinem schwarzen Käppelein
Kann nur - ??? - sein.


Und, wer ist das Männlein im Walde? Die Auflösung kommt dann morgen...

Die Auflösung:



Das Männlein dort auf einem Bein
Mit seinem roten Mäntelein
Und seinem schwarzen Käppelein
Kann nur die Hagebutte sein.

Das Männlein, das im Walde steht - ist die Hagebutte, also die Frucht, die übrig bleibt, wenn die Wildrose im Sommer verblüht ist. An der Stelle, die zuvor die rosa Blütenblätter getragen haben, bleiben nur schwarze, vertrocknete Reste übrig - das »schwarze Käppelein«. Die Früchte, die viele kleine Kerne, eigentlich Nüsse, enthalten, bleiben an ihrem Strauch den Herbst und Winter über.
Zwar sind die einzelnen Hagebutten nicht allein, und sie stehen genau genommen auch eher als Strauch nicht nur »auf einem Bein«, aber wenn man sich die Stille und Dunkelheit eines Winternachmittags im Wald vorstellt, in der man das Rot der Hagebutte hervorstechen sieht, kann man die Stimmung nachempfinden, die der Dichter des Kinderliedes beschreiben wollte.

Für die »etwas« älteren Kinder:
Hoffmann von Fallersleben war Professor für Germanistik und hatte mit seinen »Unpolitischen Liedern« den Ärger seiner Dienstherrin, der Regierung von Preußen, auf sich gezogen. Es ging darin um die deutsche Kleinstaaterei und Fürstenwillkür, gegen Zensur und Überwachung. Er verlor daraufhin seine Anstellung und musste das Land verlassen.
Er kam bei Freunden unter und dichtete im Exil zweimal fünfzig Kinderlieder. Darunter auch »Ein Männlein steht im Walde«.
Von den vielen Kinderliedern, die Hoffmann von Fallersleben geschrieben hat, ist »Ein Männlein steht im Walde« deswegen so bekannt geworden, weil Engelbert Humperdinck es in seine Kinderoper »Hänsel und Gretel« aufgenommen hat. Während Hänsel im Wald Erdbeeren sammelt, singt Gretel dieses Lied und flicht sich dabei einen Kranz von Hagebutten.

Kennt man den Hintergrund der Entstehung des Liedes im Dezember 1843, könnte man auf die Idee kommen, dass das arme Männlein, das da still und stumm allein im Wald stehen gelassen wurde, der Dichter selbst sein könnte.
Aber ganz so schlecht ging es ihm nicht. Er hatte Freunde, die ihn aufnahmen. Und er hatte in der Zeit seines Exils eine ausgesprochen produktive Phase, trotz und vielleicht auch wegen seiner damals unbestritten schwierigen Lebensverhältnisse.

Die Farbe Purpur, die die Hagebutte angeblich tragen soll, führt etwas aufs Glatteis. Die heutige Farbe Purpur bezeichnet eher ein Violett, ein Rot mit starkem Blauanteil. Der klassische Purpur ist ein extrem teurer Farbstoff, der aus Unmengen von im Meer lebenden Purpurschnecken gewonnen werden musste. Um etwa ein Kilo Stoff zu Zeiten der Antike purpur zu färben, mussten ca. 10.000 Purpurschnecken lebend gefangen und ihnen dann aus der Atemhöhle der Drüsenkörper entfernt werden. Dieser wurde zerquetscht und drei Tage in Salz gelagert, um anschließend zehn Tage erhitzt zu werden. Unter Sauerstoff- und Lichteinwirkung entwickelt sich in dieser Zeit der Farbstoff, der sich aber nicht zum Färben eignet, da er sich nicht mit dem Stoff verbindet. Dies kann der Farbstoff erst in reduzierter Form. Erst in dieser Küpe werden die Fasern dauerhaft gefärbt. Direkt nach dem Färben kommt der Stoff grün aus der Küpe und erhält im Anschluss die jeweilige Färbung, die nicht nur purpur, sondern auch scharlachrot, also ein Rot mit einem Stich ins Orangene, ausfallen konnte. Auch das später im Jahr zu beobachtende tiefere Rot der Hagebutte ist also in weiterem Sinne ein Purpurrot, ein im Winterschwarz des Waldes besonders wertvoller Rotton.

Eine andere, oft gegebene Antwort für das Rätsel ist der Fliegenpilz. Dieser steht zwar tatsächlich oft auch einzeln, ist rot und steht bestimmt still und stumm auf einem Bein im Wald, trägt aber eben kein schwarzes Käppchen.




Ein Männlein steht im Walde
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