Evangelisches Kirchspiel Schenklengsfeld

Fußball

«Oma», schreit der Frieder und zupft an Omas Rock. «Oma, ich möcht so gerne Fußball spielen. Spiel mit mir!»
«Ja, lässt du mich gleich los, Bub!» zetert die Oma. «Eine alte Frau ist doch kein D-Zug. Und ein Fußballspieler schon gar nicht, dass du´s nur weißt. Ich muss jetzt bügeln!»
Und damit verschwindet sie in der Küche.
Frieder mault hinterher: «Nie und nie spielst du mit mir, dumme Oma!»
Aber er mault nur leise, damit die Oma es nicht hört, und dann zieht er ab ins Kinderzimmer. Wenn die Oma nicht will, dann will sie nicht, das weiß er schon längst.
Im Kinderzimmer greift der Frieder missmutig nach dem Fußball. Schön ist der, groß und schwer und schwarzweiß, wie in echt.
Missmutig lässt er ihn über den Boden kullern. Kickt ein bisschen dagegen. Hebt ihn auf. Lässt ihn wieder fallen. Blöd. Niemand spielt mit ihm, und Fusball schon gar nicht. Wo er doch grad so Lust drauf hat.
Zornig haut er auf den Ball, dass der hochspringt und geradewegs ins Bett hineinhüpft.
Frieder schnappt ihn sich wieder, legt ihn sich vor den Fuß, den rechten, kickt, und im Bogen saust der Ball gegen die Schranktür. Boing! Das knallt!
Frieder grinst. Spielt er eben alleine Fußball. Wenn die Oma ja nicht will. Es geht gut ohne die Oma, prima sogar. Er schnappt sich wieder den Ball und kickt gleich noch mal. Wieder gegen die Schranktür. Das knallt diesmal noch ärger.
«Ja, bist du denn verrückt!» schreit die Oma aus der Küche. «Schluss jetzt! Da kann ja kein Mensch in Ruhe bügeln!»
<Selber schuld>, denkt der Frieder, aber er sagt nichts, sondern kickt verbissen weiter. Diesmal ins Spielzeugregal. Volltreffer. Eine Schachtel mit Legosteinen prasselt zu Boden. Das lärmt. Herrlich!
«Was machst du denn da?» schreit die Oma wieder aus der Küche. «Das Haus stürzt ja ein!»
«Ich spiel bloß ein bisschen», ruft der Frieder zurück und hat schon wieder den Fußball vorm Fuß liegen. «Es ist nix passiert!»
«Ich bin zwar eine alte Frau, aber taub bin ich nicht», zetert die Oma. «Spiel leiser, haben wir uns verstanden?»
<Grad nicht>, denkt der Frieder und holt aus und schießt einen gewaltigen Schuss. Mitten in die Bauklötze hinein. Der Pappkarton kippt um, und die Bauklötze poltern heraus.
«Tor!» brüllt der Frieder. «Eins zu null für mich!» Und er packt den Ball und legt ihn wieder vor seinen Fuß und holt weit aus und zielt und, boing, landet der Ball an der Fensterscheibe.
Es klirrt und Frieder steht verdutzt und der Ball ist draußen und die Fensterscheibe ist kaputt.
Auweia. Das hat er nicht gewollt!
«So, jetzt reicht´s» Die Oma reißt die Tür zum Kinderzimmer auf und bleibt erstarrt auf der Schwelle stehen.
«Nein!» ächzt sie.
«Doch!» flüstert der Frieder.
Und beide beschauen mit großen Augen das gezackte Loch in der Fensterscheibe.
Und dann heult der Frieder los, und die Tränen hüpfen nur so über seine Backen: «Oma, das hab ich nicht gewollt, Oma!» Er dreht sich zur Oma und drückt seinen Kopf an ihre Schürze.
«Oma», schluchzt er, «es tut mir ja so leid.»
«Mir auch», sagt die Oma und betrachtet kopfschüttelnd den Schaden. «Was geschen ist, ist geschehen», sagt sie, «da beißt die Maus keinen Faden ab!»
Frieder schluchzt jammervoll auf. «Oma, was machen wir denn jetzt? Die Scheibe soll wieder heil sein!»
Und da zetert die Oma los: «Ja was meinst denn du? Von selber wächst die nicht mehr zusammen, die Fensterscheibe. Da muss der Glaser her. Was für ein Umstand, was für ein grausliger. Und bloß weil du im Zimmer fußballerst. Wer macht denn auch so was, das möcht ich grad mal wissen!»
Der Frieder sagt nichts, der Frieder steht und heult und klammert sich an der Oma fest.
Da packt sie ihn um die Schulter und schiebt ihn zur Tür und sagt: «So, und jetzt gehn wir erst mal den Ball holen!»
Und sie schiebt den heulenden Frieder die Treppe runter.
Der Ball liegt im Vorgarten. Still, schwarzweiß und friedlich. Und Scherben liegen auch da. Nicht viel, aber immerhin. «Dass du die mir nicht anlangst», sagt die Oma und bückt sich und sammelt vorsichtig Scherben zusammen und legt sie auf ein Häufchen. «Fehlt grad noch, dass du dich schneidest!»
Frieder steht und schluchzt und langt nichts an.
Die Oma hebt den Ball auf, guckt auf den Ball, guckt hoch zur zerbrochenen Fensterscheibe und murmelt: «Und gerade das Fenster hab ich morgen putzen wollen!»
«Das brauchst du jetzt nicht mehr, Oma», flüstert der Frieder und schnieft und wischt an den Tränen herum.
«Lausebengel», sagt die Oma und hat noch immer den Ball in der Hand. Nachdenklich schaut sie drauf, und dann sagt sie ganz langsam: «Na ja, wenn wir schon gerade unten sind...»
Und sie legt den Ball vor sich hin, holt kräftig aus und kickt, und der Ball fliegt dem Frieder an den Kopf.
«Au!» sagt der und greift an den Kopf und greift nach dem Ball. «Aber Oma!»
«Schieß zurück!» schreit die Oma. «Und zwei Wochen gibt´s kein Eis. Strafe muss sein!»
Frieder schnieft und Frieder nickt und Frieder wischt sich die Tränen weg, dann grinst er und schießt den Ball zurück. Die Oma fängt ihn geschickt auf und kickt zurück, und Frieder schmeißt sich dem Ball entgegen und hält ihn.
«Das wär ein Tor gewesen», japst die Oma, «Platz da, jetzt klappt´s!» Und wieder holt sie mächtig aus und kickt, und diesmal saust der Ball ins Tulpenbeet. In das, was friedlich, rot und gerade im Vorgarten gepflanzt ist. «Aber Oma!» schreit der Frieder und muss noch mehr grinsen, aber dann springt er rasch zum Tulpenbeet und holt den Ball. Drei Tulpen sind umgeknickt. Abgebrochen sind sie zum Glück nicht. «Aber Oma!» sagt der Frieder noch mal.
«Wenn man hier auch nicht ordentlich spielen kann», beschwert sich die Oma. «Nirgends ist Platz!» Der Frieder nickt und schaut hoch zum zerbrochenen Fenster.
Da nimmt ihn die Oma an die Hand und sagt: «Jetzt gehn wir in den Park, ja? Zum Fußballern!»
Und Ball, Frieder und Oma ziehen in den Park. Und dort spielen sie, bis sie müde werden. Oma und Frieder. Der Ball nicht.
Und die meisten Tore, die hat die Oma geschossen.

Aus: Oma! schreit der Frieder; von Gudrun Mebs




Ein Männlein steht im Walde
Schneeglöckchen kling
Das Lied vom Käfer Paul
Wie schön dass du geboren bist
Mango, Mango
Das Lied vom Gummi-Bären
Wenn du einen Garten hast

Tausendfüßler
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Halte zu mir, guter Gott
Ipp-zippe-lipp-zippe-lonicus
Häschen in der Grube
Wir gehen jetzt im Kreise
Die Uhr schlägt drei

Klein Häschen wollt spazieren gehn
Fünf Bienen
Familie Maus
Der Frühlingskäfer
Das Bananenmüsli

Wir gehen jetzt auf Löwenjagd
Frühling ist´s
Seht mal meinen Regenschirm
Das Eierwerfen

Ein Männlein steht im Walde
Rätselfragen I
Rätselfragen II Reimwörter
Rätselfragen III
Das verlorene Schaf

Blumenwürfel
Zwerg
Ein Maldiktat
Bastelanleitung zum Spiel Maus ins Haus
Fingerstempel-Marienkäfer
Origami-Tulpe
Rezept Bananenboot
Aus Eiern werden Vögel
Der Upcycling-Osterhase
Ostergrußkarten
Origami-Schmetterling
Hase als Stecker
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Eine Papierblüte zum Blühen bringen
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Fußball
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